Unser Konzept – Leseförderung in der GS

Ein großes Feld

Was ist eigentlich „Leseförderung“?

Wo beginnt sie?

Wen betrifft sie?

Welche Maßnahmen unterstützen bei der Umsetzung der „Leseförderung“?

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Leseförderung

impliziert die Förderung der Lesemotivation, der Lesefertigkeit und der Lesekompetenz.

Lesemotivation meint das Wecken des grundsätzlichen Interesses, sich ein Buch zu greifen, es sich vorlesen zu lassen, Bilder darin zu betrachten und dazu zu erzählen oder das Buch selbst zu lesen.

In letzter Konsequenz bedeutet es, die Motivation, sich mit Literatur zu beschäftigen, was auf ganz unterschiedliche Art und Weise passieren kann.

Unter der Lesefertigkeit versteht man das flüssige und betonte Vortragen eines Textes.

Die Lesekompetenz bedeutet, den Inhalt eines Textes sinnentnehmend zu lesen. Der Leser versteht diesen und kann diesen zur Bearbeitung anderer Aufgaben nutzen.

Leseförderung

beginnt demnach im Kleinkindalter. Kinder lieben es, Bilderbücher zu betrachten, sich etwas zu den Bildern erzählen zu lassen, Texte und Geschichten vorgelesen zu bekommen und vieles mehr.

Im Kindergarten wird dieses Interesse aufgegriffen. Die Erzieherinnen beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit Literatur und bemühen sich sehr, auch Büchermuffel für Literatur zu begeistern.

Im ersten Schuljahr treffen wir nun auf Kinder mit den unterschiedlichsten Lesevoraussetzungen. Manche starten mit Interesse, manche komplett ohne Interesse, manche kommen aus „lesefernen“ Verhältnissen, manche aus Familien, die Bücher/ Literatur lieben, manche verfügen über phonologische Bewusstheit, manche ohne, manche können schon lesen……..

Unser Lese- und Schreiblernprogramm versucht all diesen Individualitäten gerecht zu werden.

Konzept des Lese- und Schreiblehrgangs an der Grundschule Geschwister-Scholl-Schule in Wallhausen:

Wie allgemein bekannt, kommen die Kinder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten in die Schule.

Auch im Bereich der phonologischen Bewusstheit.

Diesem wird vor allem zu Beginn des Leselernprozesses durch vielfältige Übungen, auch im musischen Bereich, Rechnung getragen.

Neben dem Angebot der Anlauttabelle und der Motivation zum Schreiben, legen wir äußerst viel Wert auf die Einführung eines jeden Buchstabens/ Lautes mit allen Sinnen.

Das Lesen erfolgt schwerpunktmäßig auf dem Prinzip der Synthese, Laute werden zusammengezogen.

In den letzten Jahren hat sich vor allem in der Arbeit mit lernschwachen Schülerinnen und Schülern herausgestellt, dass die Silbenmethode sehr hilfreich für den Leseprozess sein kann. Die an unserer Schule eingeführten Lehrwerke bieten diese Möglichkeit. Wir befinden uns aktuell in einer Prüfungsphase und testen 4 unterschiedliche Lehrwerke.

Nebenbei bedienen sich einige Kinder schon recht schnell der Ganzwortmethode.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, den unterschiedlichen Lerntypen und Bedarfen gerecht zu werden.

Selbstverständlich ist es die Aufgabe der Lehrkraft, den Schülerinnen und Schülern die passenden Lernwege und Übungsformen anzubieten.

Festgelegte Lesestrategien werden systematisch eingeführt, trainiert und in den Lesetagen, die im Frühjahr stattfinden, angewendet.

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Des Weiteren haben wir uns in Form eines Konferenzbeschlusses für die Einführung der „Grundschrift“ entschieden und verabschieden uns von der „Vereinfachten Ausgangsschrift“.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Kindern mit Migrationshintergrund. „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) ist ein Programm, das Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse unterstützen soll, die deutsche Sprache soll schnell wie möglich zu erlernen. Natürlich benötigt die Umsetzung des Lehrgangs personelle Ressourcen, die nicht täglich zur Verfügung stehen. So sind die Schülerinnen und Schüler auf die Mithilfe ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler angewiesen.

Nun gibt es unterschiedliche Maßnahmen neben dem eigentlichen Lese- und Schreiblernprozess, die die Lesemotivation, die Lesefertigkeit und Lesekompetenz aller Kinder fördern soll. Dabei gilt immer der Grundsatz, nach oben hin zu fördern.

Regelmäßige Autorenlesungen, das Bereitstellen von Lesepaten, die Einrichtung einer Schulbücherei, die Gründung eines „Leseclubs“, die Nutzung des „Antolin-Programms“, das Durchführen von Projekten, auch klassenübergreifend, Vorlesezeiten der Paten in den Klassen der ersten Jahrgangsstufen, feste Lesezeiten in der Woche, Besuche in öffentlichen Büchereien u.v.m. dienen der Leseförderung an unserer Schule.

Was ist ein Leseclub?

Die Stiftung Lesen unterstützt in „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ in den kommenden Jahren bis zu 465 Leseclubs in ganz Deutschland. In der ersten Förderphase des BMBF-Programms wurden in den Leseclubs bereits rund 40.000 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit regelmäßigen Angeboten erreicht, viele davon aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen.

Unsere Grundschule profitiert durch die Einrichtung unseres Leseclubs seit dem Jahr 2018 von der Stiftung Lesen, die wiederum von der Bürkle-Stiftung finanziell maßgeblich unterstützt wird.

Ein Leseclub ist …

… ein vielfältig ausgestatteter Raum

275 Leseclubs wurden seit 2013 mit insgesamt ca. 300.000 Medien ausgestattet, darunter ausgesuchte Bücher, Zeitschriften, Spiele und digitale Medien. Für eine gemütliche Atmosphäre sorgen bequeme Sitzmöglichkeiten, Bücherregale laden zum Stöbern und Ausleihen ein. Leseclubs können überall dort eingerichtet werden, wo Kinder ihre Freizeit verbringen, so z. B. in Jugendeinrichtungen.

So sieht unser Leseclub aus:

Unsere Bücherei umfasst eine Vielzahl von interessanten Büchern, die nach unterschiedlichen Kategorien sortiert und ausgezeichnet sind.

Eine Bücherwand „Bücher des Monats“ stellt themenspezifische Literatur zur Verfügung.

Ein einfaches Ausleihsystem, das sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern begleitet werden kann, bietet den Schülerinnen und Schülern dreimal in der Woche die Möglichkeit, ein Buch ihrer Wahl auszuleihen und wieder abzugeben.

Auf einer Lesetreppe können sich viele Leseratten tummeln, alleine lesen oder sich auch gegenseitig etwas vorlesen. Bekommen sie etwas vorgelesen, kann sich der/ die Vorleser/In vor die Kinder setzen und die gesamte Aufmerksamkeit der Zuhörer/Innen genießen. Sitzsäcke laden zum gemütlichen Lesen ein. Ein runder Tisch bietet Platz für begleitende Aktivitäten, wie das Basteln, Schreiben, Spielen, Erzählen und vieles mehr.

… ein betreutes Angebot zur Leseförderung

Mehrmals pro Woche finden freizeitorientierte Angebote mit verschiedenen Medien für die Altersgruppe ab 6 Jahren statt. Diese werden von qualifiziertem Personal wie z. B. pädagogischen Fachkräften, vor allem aber von mehr als 1.000 Ehrenamtlichen umgesetzt. Für die Betreuerinnen und Betreuer der Leseclubs bietet die Stiftung Lesen jedes Jahr rund 40 Weiterbildungen im ganzen Bundesgebiet sowie Online-Seminare an, zudem können Ehrenamtliche eine Aufwandsentschädigung erhalten.

An unserer Schule trifft sich einmal in der Woche der Leseclub im Rahmen des Ganztages in der Bücherei und beschäftigt sich auf vielfältige Art und Weise mit Literatur. Jahreszeitliche, autorenspezifische, themenspezifische Themen bieten die Möglichkeit des ganzheitlichen Umgangs mit Literatur.

Darüber hinaus trägt unser Leseclub zur Gestaltung vieler schulischer Festlichkeiten wie dem Weihnachtsgottesdienst, der Einschulungsfeier, den Tag der offenen Tür, der Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule u.v.m. bei.

Selbstverständlich wird das Angebot der Bücherei im alltäglichen Schulgeschehen von allen Lerngruppen auf unterschiedliche Art und Weise genutzt.

Für wen sind die Leseclubs da?

Vor allem für bildungsbenachteiligte Kinder, im Alter von 6 bis 12 Jahren. Diese Zielgruppe benötigt besondere Unterstützung, um den starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und persönlichem Bildungsweg abzuschwächen. Nur wer lesen kann, hat Chancen auf schulischen und beruflichen Erfolg. Eine stabile Lesemotivation ist dabei die Grundlage einer guten Lesekompetenz. Daher geht es in den Leseclubs darum, bei Kindern erstes bzw. neues Interesse an Büchern und Medien zu wecken und Lesefreude zu vermitteln.

Unser Leseclub wird von Schülerinnen und Schülern aller Nationalitäten, sozialer Schichten und Begabungen besucht. Hier verbringen die unterschiedlichsten Kinder Zeit miteinander, lesen, basteln und spielen zusammen in einer Wohlfühlatmosphäre und profitieren voneinander. Die Heterogenität ist hier die Basis des Erfolgs.

Die Wirkung des Leseclubs

Viele Kinder genießen es, Büchern zu begegnen, sie auf vielfältige Art und Weise kennen lernen zu dürfen und sich mit ihnen zu beschäftigen.

Das soziale Miteinander lässt das Ganze zu einem Highlight werden.

Sehr wichtig ist es, den Kindern etwas zuzutrauen. Ihnen die Möglichkeit der „Bühne“ zu geben und Schulleben mitzugestalten, vor Publikum aufzutreten, das sind Maßnahmen, die Kinder wachsen lassen. Dabei geht es nicht um Perfektionismus. Die Kinder geben zu jeder Zeit ihr Bestes, was für einen aufmerksamen Zuhörer offensichtlich ist.

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